RIO MIO
 
Kolumbien ist der Schauplatz dieser komplexen Arbeit.
In der Ausstellung wird der Besucher zunächst eingeladen sich auf die Suche nach einem Tier zu begeben, welches zum Symbol für das Unbekannte wird.
 
Auf gewölbten Fotografien ist die Bewegung der Wasseroberfläche zu erkennen. Was sich darunter verbirgt, lässt sich nur erahnen.
 
Die 3-Kanal-Videoinstallation nimmt den Betrachter
auf eine Bootsfahrt auf dem Fluss Rio Magdalena mit.
Sanft gleitet das Boot durch das Wasser – vorbei an
scheinbar unberührter Natur – hin zu den Menschen
am Fluss. Der Mythen- und Geisterglaube ist in
Südamerika tief im Leben der Menschen integriert.
Durch die Vermischung der Grenze zwischen Realität
und Phantasie wird der Betrachter herausgefordert,
seine Position zu bestimmen.
Die Fischer am Fluss berichten von einem Ungeheuer,
welches Land und Wasser gleichermaßen bewohnt.
 
Das vorliegende Buch besteht aus diversen Textbe-reichen wie Essays, Interviews und Reiseberichten.
Der Protagonist ist das afrikanische Flusspferd,
welches zu einem importierten Mythos geworden ist.
 
Während das Flusspferd bei meiner Expedition
als Katalysator auftrat, wurden im Laufe der Reise
weitere Subthemen ausgearbeitet. Ein sich wieder-holender Diskurs ist die ›Unterdrückung des Wilden‹.
Sei es im Modell des Zoos oder in der geschichtlichen
Entwicklung des südamerikanischen Kontinentes.
Bis heute werden indigene Gemeinschaften von staatlichen Konzernen aus ihrem Habitat vertrieben.
Ihre mythologischen Erzählungen spiegeln die
persönliche Auffassung der Vergangenheit wider.
Die erzählten Legenden bilden einen heimlichen
dokumentarischen Charakter ab, der tief in der Wirklichkeit verankert ist.
 
Installation online anschauen: hier!